Wärmepumpe oder Gasheizung — was lohnt sich 2026?
Die Gasheizung gewinnt beim Kaufpreis, deutlich. Die Wärmepumpe gewinnt über die Laufzeit, meistens. Hier steht die ganze Rechnung — inklusive der drei Fälle, in denen Gas noch die vernünftigere Entscheidung ist.

Vollkosten über 20 Jahre
Ein teilsaniertes Einfamilienhaus mit 140 m² und rund 16.800 kWh Wärmebedarf. Beim Austausch einer alten Heizung, ohne Einkommensbonus, also 46 % Fördersatz.
| Position | Gasheizung | Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Anschaffung komplett | 9.000 – 15.000 € | 28.000 – 38.000 € |
| Förderung | keine | – 12.880 € (46 %) |
| Eigenanteil | 9.000 – 15.000 € | 15.100 – 25.100 € |
| Energiebedarf pro Jahr | 19.100 kWh Gas | 5.090 kWh Strom |
| Energiekosten pro Jahr | ca. 2.290 € | ca. 1.270 € |
| Wartung und Schornsteinfeger | ca. 300 € | ca. 200 € |
| Laufende Kosten pro Jahr | ca. 2.590 € | ca. 1.470 € |
| Lebensdauer | 18 – 25 Jahre | 15 – 20 Jahre |
| Vollkosten über 20 Jahre | ca. 63.800 € | ca. 51.500 € |
Gerechnet mit 25 ct/kWh Wärmepumpentarif und 12 ct/kWh Gas inklusive CO₂-Anteil, Preisstand September 2026. Ohne Preissteigerungen — die treffen Gas härter als Strom.
Über 20 Jahre liegt die Wärmepumpe rund 12.000 € vorn
Der Vorsprung kommt aus zwei Quellen, und beide sind unabhängig vom Gerät: die Förderung senkt den Kaufpreis um mehr als die Hälfte, und die jährlichen Kosten liegen rund 1.100 € niedriger.
Diese Rechnung setzt eine Jahresarbeitszahl von 3,3 voraus. Bei 2,6 kippt sie: dann liegen die Stromkosten über den Gaskosten und der Vorteil schmilzt auf die Förderung zusammen. Deshalb ist die Vorlauftemperatur deines Hauses wichtiger als jeder Gerätevergleich.
Der CO₂-Preis: die Zahl, die sich noch bewegt
2025 war er auf 55 € festgelegt. Seit 2026 bildet er sich in diesem Korridor.
pro kWh brutto — rund 10 bis 15 %. Bei 19.000 kWh etwa 270 bis 290 € im Jahr.
Dann bestimmt der europäische Emissionshandel den Preis. Prognosen für 2030: 120 bis 150 €/t.
Wichtig einzuordnen: Prognosen sind keine Tatsachen. Ob der CO₂-Preis 2030 bei 120 € liegt, weiß niemand sicher. Was feststeht: die Preisbindung endet, Wärmepumpen sind von der Abgabe ausgenommen, und die politische Richtung zeigt nach oben. Wer heute eine Gasheizung einbaut, trägt dieses Preisrisiko über 20 Jahre.
Wann Gas trotzdem die richtige Entscheidung ist
In diesen drei Fällen ist Gas nicht die schlechtere Wahl.
Eine funktionierende Anlage vorzeitig zu ersetzen, rechnet sich fast nie — auch mit maximaler Förderung nicht. Die sinnvollere Reihenfolge: jetzt dämmen und Heizkörper vorbereiten, in einigen Jahren tauschen. Dann ist das Haus bereit und die Wärmepumpe erreicht von Anfang an eine gute Jahresarbeitszahl.
Dann fällt die Jahresarbeitszahl unter 2,5 und die Wärmepumpe verliert ihren Betriebskostenvorteil. In dieser Konstellation ist entweder eine Sanierung der erste Schritt — oder eine Hybridlösung, bei der die Wärmepumpe den Großteil des Jahres übernimmt und der Gaskessel nur die kältesten Tage.
Die kommunale Wärmeplanung ist verpflichtend und liefert eine belastbare Auskunft. Steht ein Fernwärmeanschluss konkret bevor, kann eine Übergangslösung wirtschaftlicher sein als eine Wärmepumpe, die nach wenigen Jahren stillgelegt wird. Frag bei der Gemeinde nach dem Stand — das kostet ein Telefonat.
Häufige Fragen
Die Rechnung oben gilt für ein Durchschnittshaus. Fünf Fragen im Kurzcheck, dann sagen wir dir, wie sie bei dir aussieht.
Passende Ratgeber
Hier fällt die Rechnung deutlicher aus — wegen der CO₂-Abgabe pro Liter.
Investition, Nebenarbeiten und Betrieb mit realistischen Bandbreiten.
Fördersätze, Voraussetzungen und die Reihenfolge, auf die es ankommt.
Der Selbsttest, der klärt, ob die Jahresarbeitszahl trägt.