Wärmepumpe Stromverbrauch: die Formel und die Hebel
Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe lässt sich mit einer einzigen Division abschätzen: Heizwärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl. Klingt simpel — und genau deshalb ist die Jahresarbeitszahl die wichtigste Zahl im ganzen Projekt.

Heizwärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage über ein ganzes Jahr aus einer Kilowattstunde Strom macht. Bei einer JAZ von 3,5 brauchst du für 14.000 kWh Wärme also 4.000 kWh Strom. Sie ist nicht dasselbe wie der COP aus dem Datenblatt: der wird unter Laborbedingungen gemessen und liegt fast immer höher.
| Gebäudezustand | Bedarf pro m² | JAZ typisch | 140 m²: Strom/Jahr | Kosten bei 25 ct |
|---|---|---|---|---|
| unsaniert | 160 kWh | 2,8 | 8.000 kWh | 2.000 € |
| teilsaniert | 120 kWh | 3,3 | 5.090 kWh | 1.270 € |
| gut saniert | 80 kWh | 3,9 | 2.870 kWh | 720 € |
| Neubau-Standard | 55 kWh | 4,4 | 1.750 kWh | 440 € |
Gerechnet mit einem Wärmepumpentarif von 25 ct/kWh, Preisstand September 2026. Der Unterschied zwischen unsaniert und gut saniert ist nicht nur der Bedarf — auch die Jahresarbeitszahl steigt, weil eine niedrigere Vorlauftemperatur möglich wird. Beide Effekte multiplizieren sich.
Jedes Grad Vorlauftemperatur weniger sind 2 bis 2,5 % mehr Effizienz
Eine Wärmepumpe muss das Heizwasser auf die Temperatur bringen, die dein Heizsystem verlangt. Je größer der Sprung zwischen Wärmequelle und Zieltemperatur, desto mehr Strom kostet er.
Von 55 °C auf 45 °C sind das rund 20 bis 25 % weniger Stromverbrauch — bei gleichem Komfort. Deshalb ist ein hydraulischer Abgleich für 500 bis 1.200 € oder ein größerer Heizkörper für 300 bis 800 € oft wirtschaftlicher als jedes teurere Gerät.
Das ist auch der Grund, warum die Zahl aus dem Selbsttest im Altbau-Ratgeber im Beratungsgespräch so viel wert ist.
Die fünf wirksamsten Hebel
Von kostenlos nach teuer. In dieser Reihenfolge abarbeiten.
Nach dem ersten Winter lässt sich die Heizkurve fast immer weiter absenken, als der Installateur sie eingestellt hat. Schrittweise um 2 °C, jeweils ein paar Tage beobachten. Der wirksamste Hebel, den es gibt — und er kostet nichts.
Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Anlage kurzzeitig abregeln. Bei einem trägen Heizsystem ist das nicht spürbar. Rechnet sich fast immer innerhalb von zwei Jahren.
Jeder Heizkörper bekommt die Wassermenge, die er braucht. Senkt die nötige Vorlauftemperatur oft um mehrere Grad und ist ohnehin Voraussetzung für die Förderung.
Kontraintuitiv, aber richtig: das morgendliche Hochfahren erzeugt genau die Spitzenlasten, bei denen eine Wärmepumpe ineffizient arbeitet. Durchlaufen mit niedriger Vorlauftemperatur ist meist günstiger als absenken und aufholen.
Meist sind es zwei oder drei Räume, die bei niedrigem Vorlauf nicht mitkommen. Sie bestimmen die Heizkurve für das ganze Haus — wer sie löst, senkt den Verbrauch überall.
Warnsignal Heizstab: Fast jede Wärmepumpe hat einen elektrischen Heizstab als Notreserve. Der verbraucht drei- bis viermal so viel Strom wie die Wärmepumpe für dieselbe Wärme. Springt er regelmäßig an, ist die Anlage zu klein ausgelegt oder die Heizkurve zu hoch — lies den Heizstabanteil in der Regelung aus und frag deinen Fachbetrieb danach.
Häufige Fragen
Im Kostenrechner setzt du deine eigenen Zahlen ein — ohne Kontaktdaten. Für eine Einschätzung mit Blick auf dein Haus gibt es den Kurzcheck.
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