Erdwärmepumpe: teurer im Einbau, günstiger im Betrieb
Die Erde hat in 10 bis 100 Metern Tiefe ganzjährig etwa 10 °C — egal ob draußen Frost herrscht. Genau das macht die Erdwärmepumpe effizient und unabhängig vom Wetter. Der Preis dafür ist eine Bohrung, eine Genehmigung und 8.000 bis 15.000 € Mehrkosten.
Erdsonde oder Flächenkollektor
| Erdsonde | Flächenkollektor | |
|---|---|---|
| Tiefe bzw. Fläche | 40 – 100 m Bohrung | 1,2 – 1,5 m tief, 1,5 – 2× Wohnfläche |
| Platzbedarf | wenige m² Zufahrt | großer, unbebauter Garten |
| Kosten | 12.000 – 20.000 € | 6.000 – 12.000 € |
| Genehmigung | immer erforderlich | meist anzeigepflichtig |
| Jahresarbeitszahl | 4,2 – 5,0 | 3,8 – 4,5 |
| Geeignet für | kleine Grundstücke mit Zufahrt | große Gärten ohne Bebauungsplan |
Ein Flächenkollektor ist günstiger, braucht aber viel Platz und darf nicht überbaut oder mit tief wurzelnden Bäumen bepflanzt werden. Die Erdsonde ist teurer und platzsparend — sie scheitert in der Praxis meist an der Zufahrt für das Bohrgerät, nicht am Untergrund.
vor Förderung, inklusive Erdarbeiten
ganzjährig konstant, auch im Februar
überdauert mehrere Gerätegenerationen
Die Bohrung bleibt beim Gerätewechsel erhalten
Wer Erdwärme mit Luft-Wasser vergleicht, rechnet meist nur die erste Anschaffung. Das benachteiligt Erdwärme systematisch: die Wärmepumpe hält 15 bis 20 Jahre, die Erdsonde gilt als Bauwerk mit 50 bis 100 Jahren Lebensdauer.
Beim zweiten Gerätewechsel — also nach etwa 18 Jahren — zahlst du bei Erdwärme nur noch die Wärmepumpe selbst, nicht wieder die Bohrung. Der teuerste Einzelposten fällt genau einmal an.
Über 40 Jahre gerechnet verschiebt sich das Bild dadurch erheblich. Ob das für dich relevant ist, hängt davon ab, wie lange du in dem Haus bleiben willst — aber auch beim Verkauf ist eine vorhandene Sonde ein Wert.
Höchste und stabilste Jahresarbeitszahl: 4,0 bis 5,0, unabhängig vom Wetter.
Kein Außengerät — kein Geräusch, keine Diskussion mit den Nachbarn, nichts im Garten.
Passive Kühlung im Sommer über die Fußbodenheizung mit minimalem Stromeinsatz.
Die Bohrung überdauert mehrere Gerätegenerationen und bleibt beim Wechsel erhalten.
8.000 bis 15.000 € Mehrkosten, die durch die Förderobergrenze von 28.000 € nur teilweise mitgefördert werden.
Genehmigung durch die untere Wasserbehörde nötig — in Wasserschutzgebieten häufig ausgeschlossen.
Regional durch Untergrund begrenzt: Moor, Marsch und Altbergbau schließen Bohrungen teilweise aus.
Das Bohrgerät braucht Zufahrt. Bei Hinterhofbebauung ist das oft das Ausschlusskriterium.
Genehmigung: der erste Anruf, nicht der letzte
Bevor du ein Bohrangebot einholst, kläre, ob auf deinem Grundstück überhaupt gebohrt werden darf.
Zuständig für die wasserrechtliche Erlaubnis. In Trinkwasserschutzgebieten sind Bohrungen häufig ausgeschlossen. Die Auskunft ist kostenlos und verbindlich.
In NRW ist das die Bezirksregierung Arnsberg. Unter vielen Wohngebieten des Ruhrgebiets liegen alte Stollen und Schächte. Ohne Freigabe wird nicht gebohrt.
Zeigen, was unter dir liegt und wie tief gebohrt werden muss. Weiche, wasserführende Schichten — Moor, Marsch, Klei — machen die Bohrung aufwendiger und teurer.
Ein Bohrgerät braucht Platz und einen Weg zum Bohrpunkt. Das klingt banal und ist in dicht bebauten Lagen der häufigste Grund, warum Erdwärme am Ende doch nicht geht.
Häufige Fragen
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