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Praxis·4 Min.

Vorlauftemperatur selbst messen: der Test, der über deine Wärmepumpe entscheidet

Eine Zahl sagt mehr über die Eignung deines Hauses als jedes Baujahr. Du kannst sie an einem kalten Wochenende selbst herausfinden — kostenlos, ohne Fachbetrieb.

Hausbesitzer am Küchentisch prüft ein Angebot für eine Wärmepumpe

Wenn du nur eine Sache tust, bevor du mit einem Anbieter sprichst, dann diese. Die Vorlauftemperatur, mit der dein Haus an einem kalten Tag warm wird, bestimmt die Jahresarbeitszahl — und damit deine Stromrechnung für die nächsten zwanzig Jahre.

So gehst du vor

1
Einen kalten Tag abwarten
idealerweise unter 0 °C

Der Test ist nur aussagekräftig, wenn das Haus wirklich Wärme braucht. Bei 10 °C draußen sagt er nichts.

2
Alle Thermostatventile voll öffnen

Sonst messt du die Regelung, nicht das Haus. Jeder Heizkörper muss die Wassermenge bekommen, die er braucht.

3
Vorlauftemperatur in 5-°C-Schritten absenken
nach jeder Stufe einen halben Tag warten

An der Heizungsregelung. Die Wartezeit ist wichtig — das Haus reagiert träge, und wer zu schnell weiterdreht, bekommt ein falsches Ergebnis.

4
Den niedrigsten Wert notieren, bei dem alle Räume warm werden

Das ist deine Zahl. Sie gehört in jedes Beratungsgespräch.

Wie du das Ergebnis liest

Auf dem Smartphone lässt sich die Tabelle seitlich scrollen.
Deine ZahlBedeutungJahresarbeitszahl
unter 45 °Cidealüber 4,0 realistisch
45 – 55 °Cwirtschaftlich — der Normalfall3,0 – 3,8
55 – 65 °Cmöglich, mit Vorbereitung besser2,6 – 3,0
über 65 °Cerst Heizflächen vergrößernunter 2,5

Die häufigste Überraschung: Heizkörper aus den 1970ern wurden für 70 °C ausgelegt, sind aber so großzügig dimensioniert, dass in der Praxis 50 bis 55 °C reichen. Wer sich vom Baujahr abschrecken lässt, verschenkt diese Erkenntnis.

Wenn die Zahl zu hoch ist: Nicht die Wärmepumpe abhaken, sondern die Reihenfolge ändern. Hydraulischer Abgleich, dann die zwei oder drei Räume, die nicht mitkommen. Das kostet wenige Tausend Euro und wirkt über die ganze Laufzeit — mehr dazu im Altbau-Ratgeber.

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Stand dieses Beitrags: 14. September 2026. Förderbedingungen und Energiepreise ändern sich. Wenn du hier eine veraltete Angabe findest, melde sie uns über die Kontaktseite — wir korrigieren sichtbar, nicht still.

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