Vorlauftemperatur selbst messen: der Test, der über deine Wärmepumpe entscheidet
Eine Zahl sagt mehr über die Eignung deines Hauses als jedes Baujahr. Du kannst sie an einem kalten Wochenende selbst herausfinden — kostenlos, ohne Fachbetrieb.

Wenn du nur eine Sache tust, bevor du mit einem Anbieter sprichst, dann diese. Die Vorlauftemperatur, mit der dein Haus an einem kalten Tag warm wird, bestimmt die Jahresarbeitszahl — und damit deine Stromrechnung für die nächsten zwanzig Jahre.
So gehst du vor
Der Test ist nur aussagekräftig, wenn das Haus wirklich Wärme braucht. Bei 10 °C draußen sagt er nichts.
Sonst messt du die Regelung, nicht das Haus. Jeder Heizkörper muss die Wassermenge bekommen, die er braucht.
An der Heizungsregelung. Die Wartezeit ist wichtig — das Haus reagiert träge, und wer zu schnell weiterdreht, bekommt ein falsches Ergebnis.
Das ist deine Zahl. Sie gehört in jedes Beratungsgespräch.
Wie du das Ergebnis liest
| Deine Zahl | Bedeutung | Jahresarbeitszahl |
|---|---|---|
| unter 45 °C | ideal | über 4,0 realistisch |
| 45 – 55 °C | wirtschaftlich — der Normalfall | 3,0 – 3,8 |
| 55 – 65 °C | möglich, mit Vorbereitung besser | 2,6 – 3,0 |
| über 65 °C | erst Heizflächen vergrößern | unter 2,5 |
Die häufigste Überraschung: Heizkörper aus den 1970ern wurden für 70 °C ausgelegt, sind aber so großzügig dimensioniert, dass in der Praxis 50 bis 55 °C reichen. Wer sich vom Baujahr abschrecken lässt, verschenkt diese Erkenntnis.
Wenn die Zahl zu hoch ist: Nicht die Wärmepumpe abhaken, sondern die Reihenfolge ändern. Hydraulischer Abgleich, dann die zwei oder drei Räume, die nicht mitkommen. Das kostet wenige Tausend Euro und wirkt über die ganze Laufzeit — mehr dazu im Altbau-Ratgeber.
Passende Ratgeber
Fünf Fragen im Kurzcheck, dann eine Einschätzung für deine Situation.