Eine Wärmepumpe arbeitet am effizientesten, wenn sie mit niedriger Vorlauftemperatur heizen darf. Ob dein Haus das zulässt, entscheidet fast immer darüber, ob eine vollelektrische Anlage die Gasheizung komplett ersetzen kann — oder ob ein Hybrid-System der pragmatischere Weg ist.
Vollelektrisch: der Regelfall, wenn die Hülle mitspielt
Bei einer vollelektrischen Wärmepumpe fliegt die Gasheizung raus. Das setzt voraus, dass das Gebäude auch an kalten Tagen mit etwa 55 °C Vorlauf auskommt. Gute Dämmung, große Heizflächen oder eine Fußbodenheizung sind die typischen Voraussetzungen — moderne R290-Geräte erreichen aber auch höhere Vorlauftemperaturen, wodurch inzwischen deutlich mehr Altbauten in Frage kommen als noch vor fünf Jahren.
Der Vorteil ist eindeutig: ein System, ein Wartungsvertrag, kein Gasanschluss, volle Förderfähigkeit. Der Nachteil: die Anlage muss die volle Heizlast decken, was sie bei schlechter Dämmung größer und teurer macht.
Kommt dein Haus bei −10 °C Außentemperatur mit rund 55 °C Vorlauf aus, ist vollelektrisch fast immer die bessere Wahl. Bist du unsicher, lass die Heizlast berechnen — das ist ein Standardschritt und kostet wenig im Verhältnis zur Investition.
Hybrid: sinnvoll als Zwischenschritt, nicht als Dauerlösung
Beim Hybrid-System bleibt die Gasheizung im Haus und übernimmt die kältesten Tage. Die Wärmepumpe deckt in der Praxis 70 bis 90 Prozent der Jahresheizarbeit ab; die Anlage kann kleiner ausfallen und ist damit günstiger in der Anschaffung.
Ehrlich dazugesagt: du behältst zwei Systeme, zwei Wartungen und einen Gasanschluss samt Preisrisiko. Für ein schlecht gedämmtes Haus, in dem eine Dämmung ohnehin ansteht, ist das trotzdem oft der beste erste Schritt — man ersetzt die Gasheizung dann in einigen Jahren, wenn die Hülle saniert ist.
Die vier Punkte, an denen es tatsächlich hängt
Und der Anbieter?
Beide Varianten sind bei allen fünf Anbietern in unserem Vergleich verfügbar. Unterschiede entstehen bei Fabrikatauswahl, Preistransparenz und daran, wer die Installation ausführt — eigenes Personal oder Subunternehmer.
Wie sich die Anbieter bei diesem Thema unterscheiden, steht in der Top 5; die Gewichtung erklären wir in der Methodik.